Interprofessionelle Ausbildung im Aufwind: Ein Rückblick auf sechs Jahre IPE – und ein Blick nach vorn

Seit 2019 entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern innovative, kompetenzbasierte Lernformate für die interprofessionelle Ausbildung (IPE). Was als Pilot begonnen hat, ist inzwischen zu einer modernen und relevanten Bildungsinitiative geworden, die Studierende verschiedener Gesundheitsberufe in klinischen Handlungssituationen basierend auf realen Fällen integriert in digitalen Tools zusammenbringt.

moveIPZ & IAVI – gelebte Interprofessionalität mit realen Patientinnen- und Patientenfällen

In diesem Herbst absolvierten erneut 314 Studierende folgender Hochschulen die mehrphasigen interprofessionellen Lernveranstaltungen IAVI und moveIPZ:

  • Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales Aarau (HFGS) (Pflege HF) – FIT
  • Berner Bildungszentrum Pflege (Pflege HF) – FIT
  • ETH Zürich (Humanmedizin)
  • SUPSI Landquart (Physiotherapie FH)
  • IML Universität Bern  (Humanmedizin / klin. Pharmazie)
  • Berner Fachhochschule (BFH) (Physiotherapie FH & weitere Professionen)
  • THIM – The International University of Applied Sciences in Physiotherapy (Physiotherapie FH)

Beide Formate beruhen auf authentischen Fällen, die gemeinsam mit Studierenden und Patientinnen/Patienten entwickelt werden. Damit schaffen wir ein Lernarrangement, das in der Schweiz einzigartig ist: praxisnah, dialogorientiert und professionsübergreifend.

Alle unsere IPZ/IPE-Produkte werden jährlich evaluiert und kontinuierlich weiterentwickelt – seit neuestem begleitet durch ein engagiertes Student Expert Team an der HFGS.

Die kontinuierliche Qualitätssicherung zahlt sich aus: 93.3 % der moveIPZ-Teilnehmenden bestätigten 2025, dass das gemeinsame Lernen sinnvoll und berufsrelevant ist.

Students as Partners – User-Nähe als Schlüssel für wirksame Bildungsinnovation

Mit dem neuen Students as Partners-Ansatz gehen wir einen Schritt weiter: Studierende wirken nicht nur mit, sondern gestalten Inhalte, Prüfungsarchitektur und digitale Werkzeuge gleichberechtigt mit uns – eine Co-Creation, wie sie international an führenden Hochschulen etabliert ist. Ihre Perspektiven stärken Relevanz, Qualität und Innovationskraft unserer IPE-Formate nachhaltig.


Wie erfolgreiche Innovationsprozesse aus der Wirtschaft zeigen, entfaltet nichts so viel Wirkung wie konsequente User-Nähe: Wenn diejenigen, die ein Produkt nutzen, es aktiv mitentwickeln, steigen Praxistransfer, Zufriedenheit und Wirksamkeit messbar. Genau deshalb verankern wir Studierende konsequent im Entwicklungsprozess unserer interprofessionellen Lernangebote.

Wachsende Reichweite: Über 3’500 Studierende profitieren bereits


Zählt man alle interprofessionellen Lernprodukte zusammen – moveIPZ, IAVI und weitere interprofessionelle Lernarrangements – konnten wir inzwischen mehr als 3500 Studierende mit modernen, evidenzbasierten IPE-Einheiten ausbilden.

Unsere Grundlage bildet weiterhin der WHO-Leitsatz:
„Interprofessional education occurs when students from two or more professions learn with, from and about each other to improve collaboration and the quality of care.”

Genau das leben unsere Studierenden jedes Jahr aufs Neue.

Starke Partnerschaften – national und international

Unsere Formate entstehen nicht isoliert. Wir arbeiten mit zahlreichen neuen Hochschulen in der Schweiz, Schweden und Finnland zusammen, was die Weiterentwicklung durch den wertvollen Austausch verbessert und die Reichweite vergrössert. In Kongressen und Publikationen stellen wir die IPE Produkte einem breiten Publikum vor.

Zudem kooperieren wir mit SHAPED IP, der Swiss Health Alliance for Interprofessional Education. Der Verein setzt sich schweizweit für mehr interprofessionelle Ausbildung und Zusammenarbeit im Gesundheitswesen ein und bringt wichtige Impulse von Studierenden ein.

Warum wir weitermachen

Die Forschung zeigt klar: Interprofessionelle Zusammenarbeit wirkt. Sie…

  • verbessert die Patientinnen- und Patientenzufriedenheit,
  • stärkt die Personalverweildauer,
  • und senkt langfristig die Gesundheitskosten.

Unsere Studierenden erleben diese Effekte bereits während der Ausbildung. Sie gestalten ein Gesundheitswesen von morgen mit, das kollaborativer, patientenzentrierter und resilienter ist.

Und wir freuen uns darauf, diesen Weg weiterhin gemeinsam zu gehen.

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